Richardsen-Bruchwitz-Stiftung

Obstquartier

Alte Obstsorten auf Eiderstedt

Der Standort mit seinen klimatischen und naturräumlichen Gegebenheiten hat auf seine Pflanzenwelt einen großen Einfluss. Hoher Westwinddruck z.B. lässt die Kronen der Laubbäume nach Osten schauen, drängt sie auf der Westseite eng an den Boden und verursacht überall sichtbare Windschur. Auf der anderen Seite zeigen Pflanzen enorme Anpassungsfähigkeiten, lassen sich von Sturm und Eis zerzausen, wandern z.B. im Gebirge hinauf bis an die Schneegrenze oder wagen sich auf Extremstandorte in Sumpf und Wüste.

Obstbäume auf der Halbinsel Eiderstedt haben es weitaus schwerer als ihre „Brüder“ im Inneren Schleswig-Holsteins. Wind, Salz und „nasse Füße“ beeinträchtigen manchmal das Wachstum, lassen die Bäume oft früh vergreisen und reduzieren den Fruchtbehang. Hohe Luftfeuchtigkeit des Meeres fördert das Pilzwachstum bietet Schorf und Obstbaumkrebs Vorschub. Empfindliche ortsfremde Sorten halten ohne spezielle Behandlung diesem Druck nicht stand und vergehen schnell wieder.

Nur die Temperaturen dieses speziellen Seeklimas kommt den Ansprüchen des Obstbaumes entgegen, denn Extreme sind selten. Die Nordsee kühlt den Sommer und mildert den Winter. Dabei entfalten einige heimische Apfelsorten ihr Aroma auf eine besondere Weise. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich so auf Eiderstedt ein Apfelsortiment herausgebildet, das mit all den Nachteilen der Halbinsel gut zurecht kam. Äpfel durften vor der Pflückreife bei etwas stärkeren Winden nicht vom Baum fallen, sondern mussten fest hängen.

Lageplan Obstquartier